Freitag, 24. Mai 2013

Eine kuschelige Uhuhu-Decke - Phase 1

Auch bei meiner zweiten Decke war die Überlegung sie als Geschenk zu nähen. 
Dieses Mal jedoch sollte es ein "einfacheres" Motiv werden und für eine Person, welche ich doch in unregelmäßigen Abständen persönlich sehe, und von der ich weiß, dass sie sich über eine kuschlige, warme Decke freuen würde: Meine Schwiegeromi.

Das Motiv war von Anfang an klar, da ich schon länger ein PDF mit der Anleitung hier liegen hatte: Die Uhuhu-Decke von Farbenmix.de, welche frei HIER oder auch HIER runter ladbar ist.
Den Uhu hab ich gewählt, weil  er in gewisser Weise das "Wappentier" der Schwiegerfamilie ist.

Damit ich ganz sicher bin, dass die Decke auch wirklich ankommt, hab ich die Tochter der zu Beschenkenden nach der Lieblingsfarbe gefragt und sie hat mir geraten, mich für die Oberseite an den Farben des Zimmers in dem Omi eben immer ihren Mittagsschlaf macht zu orientieren und die Unterseite in Lila zu machen.  Beim nächsten Besuch hab ich mich dann vom Kaffetisch weggeschlichen und ein paar Fotos von dem Zimmer gemacht.

Da es zu Weihnachten 2011 fertig werden sollte, bin ich schon im Mai des Jahres auf dem Stoffmarkt von einem Patchwork-Stand zum nächsten getigert um alle Stoffe zusammen zu bekommen.  Einkaufsmäßig war die Decke Nr. 2 etwas günstiger als die erste, weil ich ja schon alle Werkzeuge hatte. Trotzdem dürfte sich der preisliche Wert auf die 100 Euro belaufen, weil ich deutlich hochwertigere Stoffe (Bsp. von Tilda) gekauft habe.

Nach dem Vorbereiten der Stoffe (waschen, trocknen und bügeln) musst nun auch die Anleitung vorbereitet werden. Alles was ausgeschnitten und als Schnittmuster genutzt wird, hab ich einseitig gedruckt. Und auch die Vorlage für die Patchwork-Oberseite hab ich einseitig ausgedruckt und an meine Pinnwand gehängt.

Wie ihr seht, besteht der eigentliche Uhu nur aus 4 Streifen, die zusammengenäht werden. Daher hatte ich oben geschrieben, dass es ein "einfacheres" Motiv ist




Danach folgte der Zuschnitt der einzelnen Teile, und damit ich nicht durcheinander komme, welches Teil in welchen Uhu-Streifen kommt, habe ich mir vier Häufchen gemacht.







Damit es beim Zusammennähen nicht zu einem Fehler durch vertauschen von den Stoffstücken kommt, hab ich mir nach und nach die Stapel auf dem Bügelbrett aus gelegt und mich dann von rechts nach links gearbeitet.
Reihe Nummer 1
Schon zwei Reihen fertig
Hier bin ich an der dritten Reihe
Der Umriss ist fertig, jedoch noch nicht zusammen genäht
Da bei solchen Arbeiten immer einiges übrigbleibt ...

Den Verschnitt hebe ich mir auf, man weiß ja nie, wofür man den noch nutzen kann. :-)
Wobei ich ganz kleine Schnipsel schon weggeschmissen habe .




Und damit der Uhu noch etwas Persönlichkeit bekommt, braucht er ein Gesicht.
Die Stirn, der Schnabel und die Füße werden etwas plastisch hervorgehoben. Dazu schneitet man die Teile zwei Mal aus, näht sie rechts auf rechts aneinander und wendet sie.




Die Streifen hatte ich bis dahin noch nicht zusammen genäht, da der Schnabel zwischen den zweiten und den dritten mit eingenäht wird.
 
Die Stirn ist ein etwas kleineres Dreieck und wird auf den oberen Rand genäht, so dass sie mittig auf dem schon bestehenden blauen Dreieck liegt. Die Füße kommen an den unteren Rand des Uhus und hängen somit nach unten aus dem Stoff raus.


Jetzt braucht der Uhu nur noch Augen und ein Herz, welche appliziert werden. Dazu musste ich mich in das Thema erst einmal einlesen, weil es für mich eine Premiere war. So viel also zu der "einfach" Sache. ;-)

Die Motive wurden ohne Nahtzugabe ausgeschnitten und auf eine "Klebefolie" gebügelt. Nach dem Auskühlen konnte ich den Stoff von der Trägerfolie abziehen und ihn auf meinen Uhu aufbügeln.
Zwischen drinnen brauchte ich mal wieder eine Entscheidungshilfe und hab das folgende Foto bei G+ hochgeladen und an der Meinung der Leute gefragt, wie rum ich die Wimpern aufbügeln soll:
linkes Auge oder rechtes Auge
So sah die mehrheitliche Entscheidung aus

Damit der aufgebügelte Stoff beim Waschen nicht ausfranzt, oder irgendwann sich einfach löst, mussten die Applikationen noch umnäht werden. Daher schüttete ich meine ganzen Fäden einmal über die Decke und suchte nach einem Garn, welches möglichst nah an die Farbe des Stoffes kam.
Ich hatte in dem Schritt auch gleich mal den rückseitigen Fleece ausgelegt, und gemessen, wie breit der Hintergrund werden muss.
Meine Farbwahl:
Das Herz hab ich ziemlich gut getroffen, oder?
Beim Auge hatte ich leider nicht so ein Rosa, daher nahm ich rot.

Also bei den Augen fand ich es recht schwer in dem engen Zickzack dem kleinen Kreis zu folgen. 

Inzwischen weiß ich, dass es einen sogenannten "Applikations-Nähfuß" gibt, der aus durchsichtigem Kunststoff ist und man so direkt auf die Stelle kurz vor der Nadel sehen kann.
(Wer mir also eine Freude machen will schenkt mir so einen für meine Pfaff ;-))



Als Nächstes hab ich dann den Hintergrund an den Uhu genäht und alles wieder schön gebügelt.















Es war nun ungefähr  Oktober; ich hab also noch eine Menge Zeit bis zum Familienkaffee am ersten Weihnachtsfeiertag.
Was noch gemacht werden muss ist: Die Patchwork-Oberseite und die Unterseite zu vernähen und beides etwas zusammen zu steppen.
Geschätzte Aufwandszeit: 2 Wochen - mit nur nebenbei mal etwas nähen.

Leider wurde die kleine Pause, in der ich nicht an dieser Decke gearbeitet habe länger, als ich gedacht habe. :-(
Ende November verstarb meine Schwiegeromi und so wurde das Projekt auf Eis gelebt. Ich wollte es sogar schon komplett wegschmeißen.
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